Antisemitismus &
Verschwörungs-ideologien

Antisemitismus bezeichnet die kollektive Diskriminierung von Jüdinnen:Juden – und zudem eine Ideologie, die viele Jahrhunderte alt ist. Sie prägt, wie Menschen die Welt wahrnehmen und deuten, und führt zu verzerrten Vorstellungen über „die Juden“. Antisemitische Bilder, Erzählungen und Denkmuster sind tief in unsere Gesellschaft eingeschrieben und wirken bis heute fort – völlig unabhängig vom tatsächlichen Verhalten von Jüdinnen:Juden. Sie entstehen allein in den Köpfen derjenigen, die solche Vorstellungen verbreiten, was bewusst oder unbewusst geschehen kann. Immer wieder werden sie neu aufgegriffen und aktualisiert, etwa in Form moderner Verschwörungserzählungen.

Foto: Fachstele für Demokratie

Antisemitismus findet sich in nahezu allen Teilen der Gesellschaft und politischen Strömungen. Da sich seine Form immer wieder wandelt, ist er oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Seit 1945 äußert er sich häufiger versteckt oder über „Umwege“ – zum Beispiel in der Abwehr der Erinnerung an den Holocaust oder in der Übertragung antisemitischer Motive auf Israel.

Unser Ziel ist es, den Blick auf Antisemitismus zu schärfen und damit zur Überwindung dieser Dynamik beizutragen. Dabei ist es unser Anspruch, Antisemitismus in jeder Form und in jedem Umfeld gleichermaßen entschieden entgegenzutreten. Denn Antisemitismus stellt nicht nur eine massive Bedrohung für Jüdinnen:Juden dar, sondern auch für die Werte und Grundlagen unserer demokratischen Gesellschaft.

Was machen wir konkret?

Wir setzen uns entschieden gegen Antisemitismus ein – im Alltag, in Institutionen und auf struktureller Ebene. Mit unserer Arbeit möchten wir zu Selbstreflexion und Kritik anregen. Wir unterstützen interessierte Einzelpersonen, Kolleg*innen und Einrichtungen dabei, ihre Handlungssicherheit im Umgang mit den Themen Antisemitismus und Verschwörungsideologien zu stärken.

Zu unseren Angeboten gehören:

Kooperationen & Projekte

Intensive Zusammenarbeit mit jüdischen Gemeinden, antisemitismuskritischen Organisationen und Einzelpersonen. Wir stehen als Ansprechpartnerin für Anliegen zur Verfügung, die die Stadtverwaltung betreffen und fördern seit 2025 das antisemitismuskritische Bildungsprojekt „Demokratie stärken – Gemeinsam gegen Antisemitismus“, das von der Europäischen Janusz Korczak Akademie e.V. getragen wird

Beratung & Expertise

Unterstützung der Stadtverwaltung und städtischen Einrichtungen beim Umgang mit den Themen Antisemitismus und Verschwörungsideologien (z.B. durch Vorträge und Workshops)

Information & Sensibilisierung

Vermittlung von Wissen und Förderung eines kritischen Bewusstseins in der Münchner Stadtgesellschaft zu Antisemitismus und Verschwörungsideologien (zum Beispiel durch Veranstaltungen während der Aktions- und Bildungswochen gegen Antisemitismus)

Betroffenen von Antisemitismus stehen in München spezialisierte Anlauf- und Beratungsstellen zur Verfügung.
Mehr Infos hierzu unter www.muenchen-gegen-hass.de.

Arbeitsgrundlage

Wir arbeiten auf der Grundlage der Arbeitsdefinition Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA). Diese und andere Grundsätze unserer Arbeit wurden 2022 im Aktionsplan gegen Antisemitismus der Landeshauptstadt München festgehalten. Durch wissenschaftliche Studien – speziell auch zur Situation in München – versuchen wir unsere Arbeit gegen Antisemitismus möglichst zielgenau auszurichten.

Spezifik und Intersektionalität

Es gibt viele Gemeinsamkeiten und Überschneidungen von Antisemitismus mit anderen Formen von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, zum Beispiel mit Rassismus. Allerdings unterschiedet sich Antisemitismus von Rassismus in einem zentralen Punkt: In rassistischen Vorstellungen gilt die eigene Gruppe als „überlegen“, womit die die Ausgrenzung oder Ausbeutung anderer begründet und gerechtfertigt wird.

Antisemitismus dagegen stellt Jüdinnen:Juden als (über-)mächtig, einflussreich und zersetzend dar. Zwar können Jüdinnen:Juden auch von Rassismus betroffen sein, doch die Funktion von Antisemitismus unterscheidet sich in dieser Hinsicht klar von der des Rassismus. Deshalb beschäftigt sich die Fachstelle für Demokratie mit beiden Phänomenen – sowohl in ihrer jeweiligen eigenen Besonderheit als auch intersektional in ihren Überschneidungen.

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