Rassismus
Rassismus ist eine Ideologie, die über Jahrhunderte gewachsen ist. Sie teilt Menschen aufgrund äußerer Merkmale, ihres Namens, ihrer tatsächlichen oder zugeschriebenen Herkunft oder Religion in erfundene Gruppen ein und bewertet diese Gruppen unterschiedlich. Dabei wird einigen Gruppen mehr Wert, Normalität oder Überlegenheit zugeschrieben, während andere ausgeschlossen werden oder als minderwertig gelten. Allen Menschen in einer Gruppe werden pauschale und angeblich unveränderbare Eigenschaften zugeschrieben, und Vielfalt innerhalb der Gruppen wird so unsichtbar. Es handelt sich bei Rassismus also um eine Ideologie, die Ungleichwertigkeit zwischen Menschen schafft und Diskriminierung rechtfertigt – bewusst oder unbewusst.
In Deutschland betrifft Rassismus Menschen, die als nicht „weiß“ angesehen werden – also Personen, die beispielsweise aufgrund ihres Aussehens oder ihres Namens als „nicht deutsch“ oder „nicht dazugehörig“ betrachtet werden. Dazu gehören insbesondere Schwarze Menschen.
Neben der Vorstellung von biologischen Unterschieden gibt es auch kulturalistischen Rassismus. Hierbei werden Menschen aufgrund angeblicher kultureller Unterschiede – wie etwa ihrer Religion – abgewertet und ausgegrenzt. Ein Beispiel hierfür ist der antimuslimische Rassismus, der sich nicht nur gläubige Muslim*innen richtet, sondern gegen alle Menschen, die als solche wahrgenommen werden.
Foto: Landeshauptstadt München/Michael Nagy
Wir wollen diese Strukturen aufbrechen – durch Sensibilisierung der Mehrheitsgesellschaft, durch Angebote zum Empowerment betroffener Menschen und durch einen (selbst-)kritischen Blick auf das Verwaltungshandeln der Landeshauptstadt München.
Was machen wir konkret?
Wir engagieren uns gezielt gegen Rassismus in all seinen Erscheinungsformen – im Alltag, in Institutionen und auf struktureller Ebene. So stärken wir demokratische Strukturen und setzen uns auf kommunaler Ebene für eine offene und solidarische Stadtgesellschaft ein.
Zu unseren Angeboten gehören:
Beratung und Sensibilisierung
Unterstützung der Stadtverwaltung und städtischen Einrichtungen im Umgang mit dem Thema Rassismus, z.B. durch Vorträge, Workshops und Fortbildungen wie „Den Menschen im Blick“ in Kooperation mit der LMU
Kooperation
Enge Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Partner-organisationen und Selbstorganisationen aus den Betroffenencommunities
Information & Sensibilisierung
Vermittlung von Wissen und Förderung eines kritischen Bewusstseins in der Münchner Stadtgesellschaft durch Publikationen und Veranstaltungen, z.B. die jährliche Kampagne zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus
Betroffenen von Rassismus stehen in München spezialisierte Anlauf- und Beratungsstellen zur Verfügung. Mehr Infos hierzu unter www.muenchen-gegen-hass.de.
Arbeitsgrundlage
Grundlage für das Verwaltungshandeln gegen Rassismus ist die Arbeitsdefinition der Arbeitsgruppe NaDiRA des DeZIM-Instituts. Diese wurde 2023 in einem Beschluss des Stadtrates für die Landeshauptstadt München übernommen. Sie lautet:
„Im Kern wird Rassismus als eine Ideologie sowie als eine diskursive und soziale Praxis verstanden, in der Menschen (1) aufgrund von äußerlichen Merkmalen in verschiedene Gruppen eingeteilt werden (Kategorisierung), denen (2) per »Abstammung« verallgemeinerte, verabsolutierte und unveränderliche Eigenschaften zugeschrieben werden (Generalisierung und Rassifizierung), die (3) bewertet und (zum Vorteil der eigenen Gruppe) mit sozialen Rangstufen verbunden werden (Hierarchisierung), womit (4) ungleiche Behandlungen und gesellschaftliche Macht- und Dominanzstrukturen reproduziert und begründet werden (Legitimierung).“
Als Grundlage für die Arbeit gegen antimuslimischen Rassismus hat der Stadtrat 2024 die wissenschaftliche Definition des Unabhängigen Expertenkreises Muslimfeindlichkeit (UEM) übernommen. Diese lautet:
„Antimuslimischer Rassismus bezeichnet die Zuschreibung pauschaler, weitestgehend unveränderbarer, rückständiger und bedrohlicher Eigenschaften gegenüber Muslim*innen und als muslimisch wahrgenommenen Menschen. Dadurch wird bewusst oder unbewusst eine ‚Fremdheit‘ oder sogar Feindlichkeit konstruiert. Dies führt zu vielschichtigen gesellschaftlichen Ausgrenzungs- und Diskriminierungsprozessen, die sich diskursiv, individuell, institutionell oder strukturell vollziehen und bis hin zu Gewaltanwendung reichen können.“
















