Über uns
Die Fachstelle für Demokratie koordiniert die Aktivitäten und Maßnahmen gegen Demokratie- und Menschenfeindlichkeit der Landeshauptstadt München. Seit 2010 engagieren wir uns für ein friedliches und solidarisches Zusammenleben aller Münchner*innen und setzen uns gegen Ausgrenzung und Abwertung ein.
Foto: Landeshauptstadt München/Michael Nagy
Unser Ziel ist es, demokratische Werte in der Verwaltung und der Stadtgesellschaft zu festigen. Wir möchten alle Münchner*innen bestärken, sich für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, Menschen- und Demokratiefeindlichkeit einzusetzen. Gemeinsam mit einer Vielzahl von Akteur*innen und Institutionen arbeiten wir daran, dass München eine solidarische, friedliche und offene Stadt für alle ist.
Was ist Menschen- und Demokratiefeindlichkeit?
Mit dem Begriff der „Menschenfeindlichkeit“ beziehen wir uns auf das Konzept der „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“. Aus Gründen der Lesbarkeit kürzen wir den Begriff mit „Menschenfeindlichkeit“ ab. Das Konzept der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit beschreibt die Abwertung von Personen aufgrund deren (angenommener) Zugehörigkeit zu einer auch strukturell diskriminierten Gruppe.
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit liegt dann vor, wenn die Abwertung der Gruppe mit ihrer vermeintlichen Ungleichwertigkeit begründet wird. Dazu gehören z.B. Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, LGBTIQ*-Feindlichkeit, Sexismus, Klassismus und Ableismus. Demokratiefeindlichkeit bezeichnet Positionen, die sich gegen die grundlegenden Prinzipien der Demokratie richten, z.B. die Gleichwertigkeit und Freiheit aller Menschen oder das Prinzip der Gewaltenteilung.
Demokratiefeindlichkeit liegt auch dann vor, wenn demokratische Institutionen angegriffen werden.
Unsere Angebote
Oberbürgermeister, Stadtspitze und Stadrat
Mit unserer fachlichen Expertise beraten wir den Oberbürgermeister, die Stadtspitze und den Stadtrat in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, sowie demokratie- und menschenfeindlichen Tendenzen in der Münchner Stadtgesellschaft. Wir unterstützen die Stadträt*innen bei der Berichterstattung und Erarbeitung von Beschlussvorlagen und vertreten die Landeshauptstadt München bezüglich unserer Themenschwerpunkte auch nach außen.
Bezirksausschüsse
Wir ermöglichen und fördern die Vernetzung und den Informationsaustausch zwischen Verwaltung, Zivilgesellschaft und den Bezirksausschüssen gegen Rechtsextremismus, demokratie- und menschenfeindliche Aktivitäten und für die Entwicklung von lokalen Maßnahmen der Demokratieförderung.
Verwaltung
Im Bereich der verschiedenen Formen der Demokratie- und Menschenfeindlichkeit koordinieren und steuern wir den Umgang der Verwaltung mit Herausforderungen oder Bedrohungen. Die Stadtverwaltung sowie städtische Tochtergesellschaften unterstützen wir dabei, ein diskriminierungssensibles Arbeitsumfeld für die Beschäftigen zu etablieren und ermuntern diese, aktiv für demokratische Werte einzutreten. Hierfür bieten wir verschiedene Vorträge, Fortbildungen und Trainings an.
Münchner Zivilgesellschaft
Durch Beratung von und Zusammenarbeit mit Bürger*innen unterstützen wir zivilgesellschaftliches Engagement für demokratische Werte sowie gegen Demokratie- und Menschenfeindlichkeit.
Münchner Stadtöffentlichkeit
Zahlreiche Veranstaltungen zu unseren Arbeitsschwerpunkten – darunter die jährlich stattfindenden Internationalen Wochen gegen Rassismus – laden zur Teilnahme aller Münchner*innen ein. Immer wieder führen wir große Kampagnen im öffentlichen Raum durch, um beispielsweise im Vorfeld von Wahlen zur Wahlbeteiligung aufzurufen.
Außerdem erstellen und beauftragen wir Broschüren sowie wissenschaftliche Studien zu einer Vielzahl von Themen, die wir der Öffentlichkeit zugänglich machen.
Münchner Schulen
Wir unterstützen und beraten schulisches Personal an Münchner Schulen im Themenfeld der Demokratie- und Menschenfeindlichkeit. Die bei der Fachstelle für Demokratie angesiedelte „Anlaufstelle bei Diskriminierung und rechtem Hass an Münchner Schulen“ dient auch als vertrauliche Anlaufstelle für betroffene Mitglieder der Schulfamilie im Umgang mit menschenfeindlichen und rechten Vorfällen und Diskriminierung.
Vorträge & Trainings
für die Stadtverwaltung
Foto: Landeshauptstadt München/Michael Nagy
Die Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt München bietet verschiedene Vorträge und Fortbildungen an. Das Antidiskriminierungstraining „Den Menschen im Blick“ wurde gemeinsam mit einem Team aus Wissenschaft, Bildungspraxis, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen und NGOs von Britta Schellenberg an der Ludwig-Maximilians-Universität entwickelt. Es behandelt insbesondere das Thema Rassismus und wurde an die Besonderheiten der Landeshauptstadt München angepasst. Im interaktiven Workshop „Entschieden auftreten gegen Demokratie- und Menschenfeindlichkeit“ erwerben Teilnehmer*innen Handlungskompetenz und Reflexionsfähigkeit. Darüber hinaus bieten wir auch spezifische Workshops zu den Themen Antisemitismus und Antiziganismus an.
Ergänzend bieten wir kompakte Vorträge an, die fundiertes Wissen vermitteln und den Raum für Diskussion eröffnen – etwa zu demokratiefeindlichen Narrativen, Rassismus oder Antisemitismus. Die Angebote richten sich in erster Linie an die Stadtverwaltung. Bei Interesse oder Fragen an unseren Trainings und Vorträgen kontaktieren Sie uns gerne.
Partnerorganisationen
Wir arbeiten mit verschiedenen Akteuren und Institutionen aus Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Partnerorganisationen, für die wir fachlich zuständig sind bzw. die von uns finanziell gefördert werden, sind:
BEFORE
Die Beratungsstelle für Betroffene von rechter und gruppenbezogen menschenfeindlicher Gewalt und Diskriminierung in München (BEFORE e.V.) bietet Unter...
Die Beratungsstelle für Betroffene von rechter und gruppenbezogen menschenfeindlicher Gewalt und Diskriminierung in München (BEFORE e.V.) bietet Unterstützung nach Angriffen oder Diskriminierungen mit Bezug zu (angenommener) Herkunft, Geschlecht, Religion/spiritueller Weltanschauung, Behinderung, Alter, sozialem Status, sexueller Identität, antirassistischer/antifaschistischer Positionierung in München. Das Team von BEFORE berät Betroffene, Angehörige, Umfeld und Zeug*innen. BEFORE berät parteilich, kostenlos, auf Wunsch auch anonym und ist unabhängig von staatlichen Behörden.
Demokratie-Lokal
Das Projekt Demokratie-Lokal der gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Quartiersentwicklung gGmbH (Quarter M) ist ein niedrigschwelliges Angebot zur...
Das Projekt Demokratie-Lokal der gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Quartiersentwicklung gGmbH (Quarter M) ist ein niedrigschwelliges Angebot zur politischen Bildung in Nachbarschaftstreffs. Ziel von Demokratie-Lokal ist es, die politische Teilhabe in den Nachbarschaften sowie das Bewusstsein und Wissen über politische Teilhabemöglichkeiten zu fördern. In den Nachbarschaftstreffs finden sich regelmäßig politische Mikrowelten, die in Angeboten, Gruppen und Projekten für Lernhandlungsprozesse genutzt werden können und so die politische Makrowelt „im Kleinen“ erfahrbar machen. Deshalb sind Nachbarschaftstreffs auch Räume für politisches Lernen und demokratische Prozesse.
Demokratiemobil
Das Demokratiemobil ist ein mobiles Angebot zur politischen Bildung im öffentlichen Raum des Kreisjugendrings München. Das Team des Demokratiemobils, ...
Das Demokratiemobil ist ein mobiles Angebot zur politischen Bildung im öffentlichen Raum des Kreisjugendrings München. Das Team des Demokratiemobils, bestehend aus einer hauptberuflichen und einer ehrenamtlichen Stelle, informiert zu den Themen Demokratie, Teilhabe und Menschenrechte und bietet kurzweilige, niederschwellige Mitmachaktionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ziel ist es, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, Stimmungen und Bedarfe aufzunehmen und Möglichkeiten der politischen Teilhabe aufzuzeigen. Das Mobil selbst enthält ein Kernangebot an Aktionen. Sie sind flexibel auf unterschiedliche Themen anwendbar und übertragbar, können je nach Platzbedarf ausgedehnt und eingegrenzt werden.
www.kjr-m.de/themen/demokratische-jugendbildung/demokratiemobil/
Die Pastinaken
Die Pastinaken sind ein Netzwerk für politische Bildung in München. Sie sind angesiedelt bei der Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik e.V. und arbeit...
Die Pastinaken sind ein Netzwerk für politische Bildung in München. Sie sind angesiedelt bei der Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik e.V. und arbeiten sowohl in der Jugend- als auch in der Erwachsenenbildung. Mit Workshops, Projekten und Fortbildungen besuchen sie Schulen, Jugendzentren, treffen sich mit Lehrkräften und tauschen sich mit Fachkolleg*innen aus. Die Pastinaken positionieren sich in ihrer Bildungsarbeit klar gegen gesellschaftliche Ausgrenzung und Weltbilder, welche die prinzipielle Gleichwertigkeit von Menschen in Frage stellen.
Europäische Janusz Korczak Akademie (EJKA)
Die Europäische Janusz Korczak Akademie (EJKA) ist eine jüdische Bildungseinrichtung, die der breiten Gesellschaft offensteht. Sie stärkt jüdische Ide...
Die Europäische Janusz Korczak Akademie (EJKA) ist eine jüdische Bildungseinrichtung, die der breiten Gesellschaft offensteht. Sie stärkt jüdische Identität, fördert Begegnung, Jugendprojekte und vermittelt die Pädagogik Janusz Korczaks. Der Schwerpunkt des von der Fachstelle für Demokratie geförderten EJKA-Projekts „Demokratie stärken – Gemeinsam gegen Antisemitismus“ liegt auf der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit: Mit modernen Formaten – etwa Workshops und digitalen Anwendungen – stärkt die EJKA das Bewusstsein und die Handlungskompetenz im Umgang mit Antisemitismus und jüdischer Geschichte und Kultur. Die Akademie arbeitet mit Partnern auf kommunaler, Landes-, Bundes- und internationaler Ebene.
Fachinformationsstelle Rechtsextremismus
Die Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München (firm) ist beim Feierwerk e. V. angesiedelt und seit 2009 Anlaufstelle für die Münchner Zivilgese...
Die Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München (firm) ist beim Feierwerk e. V. angesiedelt und seit 2009 Anlaufstelle für die Münchner Zivilgesellschaft, Multiplikator*innen der sozialen und politischen Bildungsarbeit, Fachnetzwerke, städtische Verwaltung und Kommunalpolitik. Das Team der firm informiert fortwährend über extrem rechte und demokratiefeindliche Entwicklungen in München sowie über angrenzende Phänomenbereiche wie etwa verschwörungsideologische, religiös fundamentalistische und antifeministische Zusammenhänge. Die firm sensibilisiert für die Thematik und berät zu möglichen Handlungsoptionen.
Netzwerk demokratische Bildung München
Das Netzwerk demokratische Bildung München wird von der Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik e.V. koordiniert. Im Netzwerk arbeiten Fachkräfte der sc...
Das Netzwerk demokratische Bildung München wird von der Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik e.V. koordiniert. Im Netzwerk arbeiten Fachkräfte der schulischen und außerschulischen Bildung, der Erwachsenenbildung und der Ausbildung von jungen Menschen zusammen. Das Ziel ist, dem Entstehen rechtsextremer Einstellungs- und Handlungsmuster durch demokratische Bildung den Boden zu entziehen. Die Mitglieder tauschen sich über aktuelle politische und ideologische Entwicklungen und Aktivitäten der rechten Szene aus, entwickeln im fachlichen Austausch Konzepte und gemeinsame Standards für die Bildungsarbeit gegen Rechtsextremismus und für Demokratie und identifizieren mögliche Leerstellen, Überschneidungen und Kooperationen in der Kommunalen Bildungslandschaft.
SIRO München – Bildung, Begegnung & Empowerment
SIRO München ist eine von den Sinti*- und Roma*-Selbstorganisationen Romanity e.V. und Madhouse gGmbh getragene Anlaufstelle für Bildungs-, Aufklärung...
SIRO München ist eine von den Sinti*- und Roma*-Selbstorganisationen Romanity e.V. und Madhouse gGmbh getragene Anlaufstelle für Bildungs-, Aufklärungs- und Empowermentarbeit gegen Antiziganismus in München. Ziel ist es, die Teilhabe von Roma* und Sinti* sowie die Vernetzung innerhalb der Minderheit zur fördern. SIRO München leistet Aufklärungs- bzw. Sensibilisierungsarbeit zum Thema Antiziganismus für Angehörige der Mehrheitsgesellschaft insbesondere in Form von Workshops, Veranstaltungen und Informationsmaterialien. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Empowermentarbeit mit Angehörigen der Minderheit. SIRO München informiert und unterstützt Einrichtungen, Initiativen und Projekte in München, um Antiziganismus in jeder Form (individuell, diskursiv, institutionell, strukturell) entgegenzuwirken.