Aktuelles
Aktuelle Veranstaltungen und Mitteilungen der Fachstelle für Demokratie
Foto: Initiative "München erinnern!"
- Veranstaltung
Mittwoch | 22. Juli 2026 | ab 16:00 Uhr
München gedenkt der Opfer des Attentats am OEZ
Gedenkveranstaltung | 10 Jahre Attentat am OEZ
Wo
Denkmal „Für euch“
Hanauer Straße 77
Vor dem Olympia-Einkaufszentrum
Am 22. Juli jährt sich das rassistische und rechtsterroristische Attentat am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) zum zehnten Mal. Bei dem Anschlag am 22. Juli 2016 kamen neun Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Die Stadt München erinnert gemeinsam mit Angehörigen, Hinterbliebenen, Überlebenden und Unterstützer*innen an die Opfer im Rahmen einer zentralen Gedenkveranstaltung am Mittwoch, 22. Juli, ab 16 Uhr (Einlass ab 15 Uhr) am Denkmal „Für Euch“ vor dem Olympia-Einkaufzentrum. Es sprechen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Oberbürgermeister Dominik Krause sowie Hinterbliebene des Attentats.
Zum Tatzeitpunkt um 17:51 Uhr wird mit einer Schweigeminute und Kranzniederlegung der Opfer gedacht. Auch der Betrieb der Münchner Verkehrsgesellschaft wird dann kurz unterbrochen, um ein Zeichen des gemeinsamen Erinnerns zu setzen. Das Verlesen der Namen der Opfer sowie musikalische Beiträge rahmen die Veranstaltung ein. Der offizielle Teil endet gegen 19 Uhr.
Zum Jahrestag werden am Marienplatz Fahnen gehisst, um die Erinnerung sichtbar in die Mitte der Stadt zu holen. Im Prunkhof des Rathauses wird zudem eine Gedenktafel für die Opfer des Attentats am OEZ in einem vertraulichen Rahmen enthüllt. Dies haben die Fraktionen des Stadtrates gemeinsam im Juli 2025 beantragt.
Die Landeshauptstadt München hat in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Angehörigen und Hinterbliebenen weitere Schritte des Erinnerns auf den Weg gebracht. Dazu gehören das Denkmal „Für Euch“ an der Hanauer Straße 77, der im April 2025 eröffnete neue Gedenkraum in Moosach sowie die jährlichen Gedenktage, die in engster Abstimmung mit einem Teil der Angehörigen organisiert werden.
Das Attentat am OEZ richtete sich gezielt gegen rassifizierte Menschen; der Täter hatte sich zuvor intensiv mit rechtsextremen Inhalten beschäftigt. Dennoch wurde es zunächst als Amoklauf eingestuft. Erst nach anhaltendem Druck von den Angehörigen und Unterstützter*innen wurden unabhängige Gutachten in Auftrag gegeben, auf deren Grundlage auch weitere Behörden die Tat als rechtsterroristisches und rassistisches Attentat einordneten. Für die Familien der Opfer bleibt die Anerkennung der Tat als rassistisch motivierte Gewalt ein wesentliches Anliegen, ebenso wie die Auseinandersetzung mit den offenen Fragen, die bis heute bestehen.
- Veranstaltung
Donnerstag | 2. Juli 2026 | 19:00 Uhr
Zwischen Lebensrealität und Fremdzuschreibung: Antimuslimischer Rassismus als gesellschaftliche Herausforderung
Podiumsdiskussion
Wo
Großer Sitzungssaal
Neues Rathaus
Marienplatz 8
80331 München
Barrierefreiheit
Ja, die Veranstaltung ist barrierefrei.
Antimuslimischer Rassismus prägt den Alltag vieler Menschen in Deutschland. Dabei wird eine zugeschriebene religiöse Zugehörigkeit ethnisiert und rassifiziert; tatsächliche Religiosität tritt in den Hintergrund. Menschen werden als „anders“ markiert, abgewertet und ihre Zugehörigkeit zur deutschen Gesellschaft infrage gestellt.
Antimuslimische Narrative werden von der extremen Rechten gezielt instrumentalisiert, finden aber auch in breiten Teilen der Gesellschaft Resonanz. Antimuslimischer Rassismus ist deshalb eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung.
Die Veranstaltung beleuchtet aktuelle Verschiebungen im öffentlichen und politischen Diskurs, in denen solche Zuschreibungen zunehmend normalisiert werden. Sie fragt nach den zugrunde liegenden Bildern und Narrativen sowie nach den Gründen für ihre Resonanz. Zugleich nimmt sie in den Blick, wie Sensibilisierung wächst, Betroffene widersprechen und den Diskurs mitgestalten, und welche Konsequenzen sich daraus für die Praxis ergeben. Diskutiert wird zudem die Verantwortung von Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik.
Den Auftakt gestaltet Hüseyin Bayri, Überlebender des rassistischen und rechtsterroristischen Anschlags am OEZ München. Seine Worte zeigen, dass abwertende Diskurse reale Konsequenzen haben und in extreme Gewalt münden können.
Anmeldung per E-Mail bis zum 01. Juli 2026 an fachstelle@muenchen.de
- Veranstaltung
Samstag | 20. Juni 2026 | ab 15:00 Uhr
Voices United. In Gedenken an Theodoros Boulgarides und alle Opfer des NSU
Solidaritätsfestival
Wo
Feierwerk
Hansastraße 39-41
81373 München
Barrierefreiheit
Ja, die Veranstaltung ist barrierefrei zugänglich.
In Gedenken an Theodoros Boulgarides, der am 15. Juni 2005 in München vom NSU ermordet wurde, findet das Solidaritätsfestival „Voices United“ statt. Die Veranstaltung wurde von Theodoros Boulgarides Töchtern in Kooperation mit der Stadt München geplant.
Das Festivalprogramm umfasst Konzerte, Workshops, Ausstellungen sowie Angebote für Kinder und Familien. Zudem bietet die Veranstaltung Raum für Gespräche und Austausch. Zu den auftretenden Künstler*innen zählen Andi und die Affenbande, Berivan Kaya, Elena Rud, Kochkraft durch KMA, Kokonelle, Kutlu, Maxi Pongratz, Mount Hush, Roger Rekless, Principess und Waseem. Eine Aftershowparty rundet das Programm ab.
„Wir wollen erinnern – und gleichzeitig das Leben feiern! Ein Festival für Begegnung, Austausch und Zusammenhalt. Für Solidarität, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander.
Kommt vorbei, bringt eure Freundinnen und Familien mit und lasst uns gemeinsam laut gegen Rassismus sein! Unsere Stimmen sind vereint – unsere Stimmen zählen!“, so Mandy und Lina Boulgarides.
Die Veranstaltung wird organisiert von target Concerts GmbH in Kooperation mit Public History im Kulturreferat der Landeshauptstadt München, der Fachstelle für Demokratie, dem Solidaritätsnetzwerk der Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, dem Kreisjugendring München-Stadt sowie Feierwerk e.V.
Die Einladung richtet sich an alle Münchner*innen und Interessierten, die gemeinsam erinnern und ein Zeichen für eine solidarische Gesellschaft setzen wollen. Das gesamte Festival kann kostenlos ohne Anmeldung besucht werden.
- Veröffentlichung
Mittwoch | 10. Juni 2026
Mehr Meldungen zu Diskriminierung und rechtem Hass an Münchner Schulen
Vierter Monitoringbericht erschienen
Die Anlaufstelle bei Diskriminierung und rechtem Hass an Münchner Schulen hat ihren Monitoringbericht für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die bei der Fachstelle für Demokratie angesiedelte Anlaufstelle registrierte im vergangenen Jahr insgesamt 154 Meldungen zu Diskriminierungen sowie menschenfeindlichen und rechten Vorfällen an Münchner Schulen. Damit ist die Zahl der Meldungen erneut deutlich gestiegen: Im vierten Erhebungsjahr verzeichnete die Anlaufstelle ein Plus von rund 21 Prozent gegenüber 2024.
Rassismus bleibt weiterhin mit großem Abstand das häufigste Thema und spielte in 66 Prozent der gemeldeten Diskriminierungen eine (zentrale) Rolle. Insgesamt wurden 94 rassistische Vorfälle und Diskriminierungen gemeldet. Auffällig ist zudem der deutliche Anstieg von Meldungen mit sexistischen Inhalten. Insgesamt wurden 22 sexistische Meldungen registriert. Dies entspricht einer Verdoppelung zum Vorjahr.
Auch die Zahl rechter Vorfälle ist erneut gestiegen: Im Erhebungsjahr 2025 wurden 58 rechte Vorfälle gemeldet, darunter insbesondere Hakenkreuzschmierereien, Hitlergrüße und rechtsextreme Sticker. Zudem fanden im Mai 2025 mehrere Flyer- und Banner-Aktionen der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ an verschiedenen Münchner Schulen statt.
Ein knappes Drittel aller Meldungen wurde im Rahmen einer juristischen Erstbewertung als strafrechtlich relevant eingestuft. Am häufigsten ging es dabei um Beleidigungen, das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen, Sachbeschädigungen sowie Volksverhetzung. Über das Online-Formular der Anlaufstelle, das auf www.melden-gegen-diskriminierung.de zu finden ist, gingen etwa 40 Prozent der Meldungen ein.
Der Bericht steht zum Download bereit und wird an alle Münchner Schulen verschickt. Kostenlose Druckexemplare können per E-Mail an fgr@muenchen.de bestellt werden.
Foto: Fachstelle für Demokratie
- Presse
Montag | 20. März 2026 | 19:00 Uhr
Altes Rathaus leuchtet zum Zuckerfest
Beleuchtung
Das Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan wird mit dem Zuckerfest, auch Eid al-Fitr genannt, gefeiert. Anlässlich des Fests des Fastenbrechens wird am heutigen Freitag, 20. März, die Fassade des Alten Rathauses bei Einbruch der Dunkelheit beleuchtet.
Die Landeshauptstadt München setzt damit erneut ein Zeichen für Zusammenhalt, ein respektvolles Miteinander in unserer vielfältigen Stadtgesellschaft und gegen antimuslimischen Rassismus, der sowohl gläubige Muslim*innen als auch muslimisch-gelesene Münchner*innen trifft. In Zeiten, in denen rassistische Diskriminierungen immer präsenter werden, ist die symbolische Geste der Beleuchtung ein wichtiges Statement der Stadt für Offenheit und Solidarität mit der Community. Ab 19 Uhr wird „Frohes Fest“ in 13 Sprachen auf der Fassade des Alten Rathauses zu lesen sein. Die Grußbotschaften stammen von zahlreichen muslimischen Gemeinden aus München.
In diesem Jahr fällt das Zuckerfest auch auf den Tag des Neujahrsfestes Norouz/Newroz, das von vielen Menschen aus dem persischen, kurdischen und zentralasiatischen Raum gefeiert wird. Die Landeshauptstadt München wünscht „Eid Mubarak“ sowie allen Menschen, die heute Norouz/Newroz feiern, ein frohes Fest.
Die Illuminierung geht zurück auf den Stadtratsbeschluss „Antimuslimischen Rassismus bekämpfen – Demokratie stärken“ aus dem Jahr 2024. Analog zur Beleuchtung anlässlich des Zuckerfestes wird auch jedes Jahr zum jüdischen Feiertag Chanukka im Winter ein Lichtgruß am Alten Rathaus gezeigt.
- Veranstaltung
Montag I 16.03.2026 I 19:00 Uhr
Wer ist das Volk? Der Volksbegriff der extremen Rechten
Auftakt der Internationalen Wochen gegen Rassismus
Podiumsdiskussion
Wo
Großer Sitzungssaal
Neues Rathaus
Marienplatz 8
80331 München
Barrierefreiheit
Ja, die Veranstaltung ist barrierefrei.
Die Auftaktveranstaltung der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 in München richtet den Fokus auf den Volksbegriff der extremen Rechten. Was kennzeichnet diesen? Wer gehört aus dieser Perspektive dazu und wen schließt er aus? Wann ist die Grenze der Verfassungsfeindlichkeit überschritten? Und welche verfassungsrechtlichen Implikationen hat die Verwendung dieses Volksbegriffs durch politische Parteien?
Diese und weitere Fragen diskutieren die Rechts-wissenschaftlerin Prof. Dr. Kathrin Groh von der Bundeswehr Universität München und dem Sozialwissenschaftler Dr. Ismail Küpeli von der Ruhr-Universität Bochum. Die Journalistin und Autorin Heike Kleffner wird das Podiumsgespräch moderieren.
Nur wenige Tage nach der Kommunalwahl in Bayern soll mit dieser Veranstaltung ein klares Zeichen gegen rassistische Erzählungen gesetzt und ein Kernelement rechtsextremer Argumentationen auf den Prüfstand gestellt werden.
Mit einem Spoken Word der Künstlerin und Antirassismustrainerin Pia Chojnacki und einem Grußwort von Dr. Miriam Heigl, Leiterin der Fachstelle für Demokratie.


